Bozen – Schon öfter hat Paul Köllensperger vom Team K im Landtag Vorschläge vorgelegt, die ihm den Ruf eingebracht haben, dem Tourismus in Südtirol am Zeug flicken zu wollen. Er selbst betont, kein Feind des Tourismus zu sein (im Gegenteil), aber den Unmut der Bevölkerung über die touristische Belastung ernst nehmen zu wollen.
Die Vorschläge
Für die Juni-Sitzungsrunde hat Köllensperger einen Beschlussantrag vorgelegt, mit dem er eine territoriale Begrenzung des Guest Pass sowie eine Kontingentierung des Zugangs zu Hotspots vorschlug:
- Die Gültigkeit des touristischen Guest Pass für die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel sollte auf das Gebiet beschränkt werden, in dem ein Gast den Aufenthalt gebucht hat, anstatt – wie derzeit – unbegrenzt für das ganze Land zu gelten. „Die unbegrenzte kostenlose Mobilität für Touristen erhöht den Druck auf ohnehin stark frequentierte Gebiete, insbesondere in der Hochsaison, wo Einheimische oft Mühe haben, zwischen Touristen und deren Fahrrädern einen Sitzplatz zu finden“, so Köllensperger.
- Für besonders stark frequentierte Attraktionen wie Seceda, Seiser Alm, Karersee, Drei Zinnen usw. sollte ein Kontingentierungssystem eingeführt werden. Das Modell sollte sich am bereits erprobten System am Pragser Wildsee orientieren: verpflichtende Online-Reservierung, tägliche Besucherobergrenzen und flexible Preise. Dies, weil diese Orte in der Hochsaison sonst den Einheimischen „entzogen“ würden.
Der Antrag sah außerdem eine bevorzugte Regelung für Inhaber:innen des SüdtirolPass vor, mit Vortritt und kostenlosem Eintritt für die Bewohner:innen dieses Landes.
„Die Berge und die Natur gehören allen Südtirolerinnen und Südtirolern, ebenso wie die öffentlichen Verkehrsmittel. Es ist bedauerlich, dass die Mehrheit dem berechtigten Unmut der Bevölkerung in dieser Frage offenbar gleichgültig gegenübersteht“, so Köllensperger.
Die Diskussion
Im Landtag entwickelte sich eine längere Diskussion. SVP-Fraktionssprecher Harald Stauder und Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider machten aber deutlich, dass die Mehrheit gegen den Vorschlag stimmen werde. Stauder meinte unter anderem, dass dem Antrag ein Denkfehler zugrunde liege: Die meisten Südtirolgäste würden mit dem Auto anreisen. Daher würden sie mit dem Auto zu den Attraktionen fahren, wenn der Guest Pass räumlich begrenzt werde.
Der Beschlussantrag wurde letztendlich mit einer klaren Mehrheit abgelehnt. Hier kann das komplette Video der Landtagsdiskussion zu diesem Thema angesehen werden.



















