„Es gibt Leute, die halten Unternehmer für einen räudigen Wolf, den man totschlagen müsse, andere meinen, der Unternehmer sei eine Kuh, die man ununterbrochen melken kann. Nur ganz wenige sehen in ihm das Pferd, das den Karren zieht.“ Dies hat der legendäre britische Premier Winston Churchill einmal festgestellt. Nun: Das Bild vom Raubtier wird kaum noch bedient, seit der Kommunismus à la Marx und Lenin wegen Versagens außer Mode gekommen ist. Nur eine Minderheit denkt weiterhin in solch überholten, gehässigen Kategorien. Stark im Gebrauch ist dagegen noch die Melkkuh, die geduldet und mit dem notwendigen Futter versorgt wird, damit sie Milch gibt und zur Melkmaschine des Landes kommt (sprich: den Steuersitz in Südtirol hat).
Der Vergleich mit dem Pferd hat sich auch ein halbes Jahrhundert nach Churchills Tod in der Gesellschaft nicht wirklich durchgesetzt. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass alles, was an Löhnen und Leistungen der öffentlichen Hand verteilt wird, zuerst einmal erwirtschaftet werden muss und dass der Karren stillsteht, wenn das Pferd nicht vorwärts strebt.
Jeder weiß, dass ein Pferd nicht mehr schnell rennen oder hoch springen kann, wenn es zu schwere Lasten tragen muss. Aber genau das ist derzeit das Problem: In den letzten etwa zwei Jahrzehnten sind dem marktwirtschaftlichen Pferd immer neue Bürden auferlegt worden, Steuerlasten insbesondere, aber auch Bürokratie ohne Ende und tonnenweise gesetzliche Vorschriften. Zuerst hat das Tier unwillig gewiehert, aber es war kräftig, hat sich mehr ins Zeug gelegt, sodass es im Wettbewerbsrennen rasch ans Ziel kam und sich ordentlich Hafer verdiente. Das wiederum hat dazu ermutigt, das Wiehern nur als den üblichen Protest eines potenten Organismus zu interpretieren, der sich vor Leistungen für die Allgemeinheit drücken will. Und so wurde die Lastendosis für das Pferd nach und nach erhöht.
Jetzt scheint der Staat den Bogen überspannt zu haben. Noch nie haben in Italien so viele Unternehmer das Handtuch geworfen, entmutigt davon, dass trotz weit überdurchschnittlichen Einsatzes kein angemessener Gewinn nach Steuern mehr möglich ist: ich kann nicht mehr, ich mag nicht mehr! Das Pferd ist müde. Der Karren steht.
















