Bozen – Die Zahlungsmethode „Buy Now, Pay Later“ (BNPL) ermöglicht es, ein Produkt sofort zu kaufen und anschließend in Raten – häufig ohne Zinsen – zu bezahlen. Sie wird in Italien immer beliebter. Laut einer Erhebung der Banca d’Italia ist die Nutzung von BNPL deutlich gestiegen: von vier Prozent der Haushalte im Jahr 2022 auf rund 30 Prozent im Jahr 2025. Allerdings nutzen etwa zwei Drittel der Verbraucher:innen dieses Zahlungsmittel nur gelegentlich.
Besonders verbreitet ist BNPL bei jungen Menschen, zunehmend jedoch auch bei finanziell vulnerableren Bevölkerungsgruppen. Darauf weisen das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) und die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) mit Bezug auf die Studie hin.
Warnung vor den Risiken
Sie betonen, dass mit der wachsenden Nutzung die Risiken zunehmen. Auch das zeige der neue Bericht der Banca d’Italia. Demnach können sich Verbraucher:innen leichter überschulden, unterschätzen häufig die tatsächliche Höhe ihrer Verbindlichkeiten und haben mitunter Schwierigkeiten, mehrere Raten gleichzeitig im Blick zu behalten.
Ein zentrales Problem besteht laut EVZ und VZS darin, dass viele Nutzer:innen nicht wahrnehmen, tatsächlich einen Kredit aufzunehmen: „Der Prozess ist schnell, digital und basiert häufig auf vereinfachten Bonitätsprüfungen. Dies begünstigt spontane Käufe sowie die gleichzeitige Nutzung mehrerer Zahlungsaufschübe, die einzeln überschaubar erscheinen, in ihrer Gesamtheit jedoch zu einer erheblichen finanziellen Belastung werden können.“
Typische Risiken solcher BNPL-Systeme seien Überschuldung, hohe Zusatzkosten bei verspäteter Zahlung, eine mangelnde Übersicht über mehrere Raten sowie eine komplexere Abwicklung von Reklamationen – insbesondere, da zusätzlich zur Verkäuferseite auch die jeweilige BNPL-Plattform involviert sei.
Neue europäische Regeln
Eine wichtige Änderung bringt laut den Verbraucherschützern die neue europäische Verbraucherkreditrichtlinie (CCD2), die ab dem 20. November 2026 gilt: „Wie die Banca d’Italia hervorhebt, wird ein Großteil der BNPL-Angebote künftig unter diese Regelung fallen.“
Das bedeute insbesondere klarere vorvertragliche und vertragliche Informationen, strengere Prüfungen der Kreditwürdigkeit und stärkere Schutzmechanismen für Verbraucher:Innen.
Die Ratschläge
Das EVZ Italien und die VZS empfehlen, BNPL bewusst und vorsichtig zu nutzen. Wichtig sei insbesondere:
- das eigene Budget realistisch einzuschätzen und nicht mehrere Ratenkäufe gleichzeitig einzugehen;
- Vertragsbedingungen sorgfältig zu prüfen, insbesondere hinsichtlich Gebühren und der Folgen von Zahlungsverzug;
- nur notwendige Käufe zu tätigen und sich nicht von scheinbar günstigen Angeboten verleiten zu lassen;
- ausschließlich seriöse und bekannte Plattformen zu nutzen;
- bei Problemen (Widerruf, Mängel, Lieferprobleme) immer sowohl den Verkäufer als auch die BNPL-Plattform zu kontaktieren.
















