Bozen – Es ist selten genug, dass über Vereinfachungen berichtet werden kann. Viel häufiger sind Neuerungen, die die Auflagen und Pflichten für die Unternehmen verschärfen. Geht es nach dem Wirtschaftsverband lvh, dann ist die neue Funktion „Smart-Direktvergaben“ auf dem ISOV-Vergabeportal des Landes eine löbliche Ausnahme – und ein konkreter Schritt für weniger Bürokratie.
Das ist die neue Funktion
Ende vergangener Woche hat das Landespresseamt über die neue Funktion berichtet, wenig beachtet in der allgemeinen Ferragosto-Freizeitstimmung. Demnach stehen nun bei den Direktvergaben über das ISOV-Portal zwei Vorgehensweisen zur Verfügung: die Direktvergabe über den klassischen Weg (Einleitung eines Verfahrens zur digitalen Einreichung und Bewertung des Angebots auf dem Portal) und die neue Smart-Direktvergabe. Die Wahl nimmt der/die „Einheitliche Projektverantwortliche“ vor.
Mit der neuen Vorgehensweise ist es „für die Wirtschaftsteilnehmer nicht mehr erforderlich, ein Angebot über das ISOV-Portal einzureichen. Die Vergabestelle nimmt das Angebot und die erforderlichen Unterlagen nämlich außerhalb des Portals entgegen und wickelt die Auftragsvergabe anschließend über das ISOV-Portal ab“, informiert das Landespresseamt. Den Vergabestellen werde damit eine schnellere Abwicklung des Auftrags ermöglicht, ohne dass auf dem Portal ein Verfahren zur digitalen Einreichung und Bewertung des Angebots eingeleitet werden müsse.
Landeshauptmann Arno Kompatscher wird mit den folgenden Worten zitiert: „Mit der neuen Funktion wird die Möglichkeit geschaffen, Direktvergaben einfacher, schneller und effizienter abzuwickeln. Das ist auch unser Anspruch an eine moderne Verwaltung: Digitalisierung so einzusetzen, dass sie konkrete Vereinfachungen schafft – und dadurch Zeit sowie Ressourcen eingespart werden können.“
Die lobenden Worte des lvh
Der Wirtschaftsverband lvh erkennt die Bemühungen in einer Aussendung an und begrüßt die Neuerung „als konkrete Vereinfachung für kleine und mittlere Betriebe“.
„Öffentliche Aufträge sind für viele Handwerksbetriebe ein wichtiger Markt. Der Zugang dazu darf nicht an unverhältnismäßigem Verwaltungsaufwand scheitern. Wenn Verfahren einfacher werden, profitieren Betriebe und öffentliche Auftraggeber gleichermaßen. Die Smart-Direktvergabe setzt genau dort an und baut unnötige Hürden ab“, betont lvh-Präsident Martin Haller.
„Entscheidend ist, dass Digitalisierung nicht zusätzliche Bürokratie schafft, sondern bestehende Abläufe tatsächlich vereinfacht. Daran sollte sich Digitalisierung in der Verwaltung messen lassen“, fügt lvh-Direktor Walter Pöhl hinzu.
Der lvh weist regelmäßig auf die bürokratischen Belastungen gerade für kleine Unternehmen hin.


















