Franzensfeste/Innsbruck – Vor lauter Erfolgsmeldungen im Zusammenhang mit dem Bau des Brennerbasistunnels (BBT) läuft man Gefahr, den Überblick zu verlieren. Schon vor einem Jahr wurde groß gefeiert, dass Italien und Österreich nun erstmals unterirdisch verbunden sind: Damals erfolgte der Durchschlag des BBT-Erkundungsstollens. Das sei – so hieß es – ein Meilenstein in der Baugeschichte für die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt, nachdem der Spatenstich im fernen Jahr 2008 erfolgt war.
Ende Juli hieß es abermals: Der Durchschlag ist geschafft. Diesmal waren es die beiden Haupttunnelröhren, die 1.400 Meter unter dem Brennerpass am Brenner mit dem Abtrag der letzten trennenden Felsen zusammengeschlossen wurden.
Erst jetzt ist der Tunnel durchgehend
Und jetzt vermeldet die BBT-Gesellschaft abermals einen historischen Durchschlag: Mit dem heutigen 25. August sei „erstmals eine Eisenbahntunnelröhre des Brennerbasistunnels über ihre gesamte Länge hergestellt“. Des Rätsels Lösung: Tunnelbohrmaschine „Wilma“ hat den Durchschlag im sogenannten „Baulos H53 Pfons-Brenner“ bei Innsbruck erledigt. Somit gibt es jetzt tatsächlich erstmals eine durchgehende, rund 55 Kilometer lange Haupttunnelröhre von der Sillschlucht bei Innsbruck bis nach Franzensfeste. Viele einzelne Tunnelabschnitte ergeben nun einen durchgehenden Haupttunnel.
„Wilma“ war im September 2024, also vor ziemlich genau zwei Jahren, gestartet worden. Ihre Aufgabe: eine Vortriebsstrecke von 7,4 Kilometern in Richtung Nachbarbaulos „H41 Sillschlucht-Pfons“ zu schaffen. „Wilma“, so heißt es in der Aussendung, sei „eine Fabrik im Berg“: Gesamtlänge rund 180 Meter, Bohrdurchmesser 10,37 Meter, 2.700 Tonnen Gewicht. Mehrfach sei die Tunnelbohrmaschine auf geologische Störzonen gestoßen, in denen sich die Eigenschaften des Gebirges innerhalb weniger Meter veränderten.


















