Bozen – Der Südtiroler Obst- und Weinbau hat einen hohen Bedarf an organischem Wirtschaftsdünger aus der Viehwirtschaft. „Oft wissen Betriebe jedoch nicht, welche Mengen wo verfügbar sind bzw. wo Bedarf besteht“, erklärt der Bauernbund. Er hat deshalb eine Wirtschaftsdünger-Börse ins Leben gerufen, die regionale Nährstoffkreisläufe nachhaltig schließen soll.
Überschüssiger organischer Dünger soll damit im Obst- und Weinbau, bei Sonderkulturen oder in anderen Viehwirtschaftsbetrieben besser genutzt werden. Matthias Bertagnolli, Leiter der Abteilung Innovation & Energie, erläutert das bisherige Problem: „Während die Viehwirtschaftsbetriebe vorwiegend in den Seitentälern, in höheren Lagen und im Pustertal zu finden sind, konzentriert sich der Obst- und Weinbau vom Vinschgau bis nach Salurn und im Eisacktal. Daher stellt die Logistik eine Herausforderung dar.“
Die Wirtschaftsdünger-Börse ist im Online-Mitgliederbereich des Bauerbundes („mein SBB“) zu finden. „Mitglieder können auf der Plattform Mist, Gülle, Jauche oder Kompost anbieten oder suchen. Angebot und Nachfrage werden damit an einem zentralen Ort gebündelt, was den Austausch deutlich erleichtert“, erklärt Bertagnolli.
Laut der Projektkoordinatorin Lena Staffler können Angebote direkt auf der Plattform angenommen werden. „Gleichzeitig wird automatisch ein Abnahmeprotokoll erstellt, sodass der Austausch ordnungsgemäß dokumentiert ist.“
Die Idee einer Wirtschaftsdünger-Börse ist nicht neu. Es gibt sie in Nachbarländern wie Österreich oder der Schweiz schon länger.

















