Obereggen – „Wenn Politik über Unternehmertum entscheidet“: So fasst Christoph Kofler seinen Standpunkt zusammen. Der Hotelier aus Obereggen in der Gemeinde Deutschnofen ist vom bevorstehenden Fristverfall für erworbene Bettenrechte betroffen und macht seine Schwierigkeiten damit nun öffentlich.
Zur Erinnerung: Im Zuge des Bettenstopps wurde im Sommer 2022 beschlossen, dass Bettenrechte, die vor dem Stopp erworben wurden, innerhalb von vier Jahren umgesetzt werden müssen. Genauer gesagt muss bis Ende September 2026 eine Baugenehmigung vorliegen und innerhalb eines weiteren Jahres der Baubeginn erfolgen.
Viel Bürokratie, dann Kostenexplosion
Christoph Kofler, der auch Gemeinderat in Deutschnofen ist, führt das Vier-Sterne-Hotel Maria in Obereggen. Seine Familie habe sich vor Jahren dafür entschieden, den Betrieb zu erweitern, um ihn langfristig wirtschaftlich besser aufzustellen. „Doch dieser Weg war und ist alles andere als einfach“, sagt er.
Kofler erläutert: „Nach der Vorbereitung sämtlicher Unterlagen und der Genehmigung durch die Gemeinde folgten weitere Anforderungen durch das Landesamt für Urbanistik. Lokalaugenscheine und zusätzliche Auflagen, wie die Ausarbeitung eines Gesamtplans für den gesamten Ort, eine Reihe von Einwänden und Anpassungen machten diesen Prozess langwierig und kostspielig. Das ist alles Zeit, Energie und Geld und verursacht Unmengen von Kosten, die vom Antragsteller getragen werden müssen.“
Drei Jahre lang habe dieses Verfahren gedauert. Und als 2020 alle Genehmigungen für eine Erweiterung vorgelegen hätten, kam Covid. „Als der Tourismus 2022 wieder anlief, hatten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen massiv verändert“, so der Hotelier: „Finanzierungskosten und Baukosten waren explodiert, das genehmigte Projekt war wirtschaftlich nicht mehr tragbar und musste vollständig überarbeitet werden.“
Erst im Juli 2024 habe die Familie schließlich mit dem Bau beginnen können – in mehreren Bauabschnitten. „Denn anders wäre es finanziell nicht mehr tragbar. Der Bettenstopp aber macht nun ein solches verantwortungsvolles und schrittweises Wachstum nicht mehr möglich“, ärgert sich Christoph Kofler.
„Entwicklung in Richtung Planwirtschaft“
Da Deutschnofen wohl nicht zu den strukturschwachen und abwanderungsgefährdeten Gemeinden zählen wird, in denen die Bettenrechte-Frist verlängert werden kann, bleibt laut Kofler für viele betroffene Unternehmer:innen nur mehr eine Möglichkeit: „Jetzt noch unter massivem Zeitdruck bauen, um bereits getätigte Investitionen in Planung und Einreichung nicht zu verlieren.“
Er spricht von einer Entwicklung in Richtung Planwirtschaft: „Es kann doch nicht sein, dass die Politik dem Unternehmertum diktiert, wann Kapazitäten erweitert werden dürfen, wann Investitionen getätigt werden sollen und welche Strategie für eine Familie wirtschaftlich tragbar und zielführend ist.“ Wer überleben will, müsse nun einmal investieren können.

















