Bozen – Die Arbeitsmarkt-Beobachtung des Landes hat die Beschäftigung im neuen Bozner Waltherpark umfassend analysiert. Das Einkaufszentrum am Bahnhof ist nämlich zu einem wichtigen Arbeitsort geworden: Mit Stand 15. Dezember waren 616 unselbstständig Beschäftigte gemeldet.
Der Waltherpark hat demnach nicht nur zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen, sondern auch Menschen neue Chancen eröffnet, die zuvor keinen unmittelbaren Zugang zum Arbeitsmarkt hatten: 21 Prozent der Beschäftigten waren vor der Eröffnung des Waltherpark als arbeitslos gemeldet. Hinzu kommen Personen, die erstmals arbeiten oder über einen längeren Zeitraum nicht erwerbstätig waren.
Bis zum heutigen Zeitpunkt lässt sich laut der Analyse zudem kein signifikanter Abwerbe-Effekt aus anderen Betrieben derselben Branche feststellen.
Jung und nicht aus Südtirol
Stefan Luther, Direktor des Arbeitsmarktservice, macht auf das besondere Beschäftigtenprofil aufmerksam: „Insgesamt arbeiten im Waltherpark sehr junge Arbeitskräfte. 53 Prozent sind unter 30 Jahre alt, lediglich acht Prozent über 50. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten ist weiblich, rund 40 Prozent arbeiten in Teilzeit.“
Gleichzeitig ist nur rund ein Drittel der Beschäftigten in Südtirol geboren und ein weiteres Drittel ist nicht meldeamtlich in Südtirol wohnhaft. „Das zeigt sehr deutlich die Abhängigkeit Südtirols von externen Arbeitskräften“, so Luther.
Kritische Aspekte
Die Analyse der Arbeitsmarktbeobachtung weist zugleich auf mögliche kritische Aspekte hin: Ein hoher Anteil befristeter Arbeitsverhältnisse sowie eine Konzentration der Beschäftigung auf wenige große Arbeitgeber werfe Fragen zur längerfristigen Beschäftigungsstabilität auf.
Die Arbeitsmarktbeobachtung des Landes werde deshalb die weitere Entwicklung des Waltherparks systematisch beobachten und insbesondere die Zusammensetzung der Arbeitskräfte, die Vertragsdauer sowie mögliche Verdrängungseffekte im Bozner Arbeitsmarkt analysieren.















