Bozen/München – Das Gesamtprojekt Brennerbasistunnel inklusive seiner Zulaufstrecken hat noch einen langen Weg vor sich. Wie jetzt bekannt wurde, lehnt die bayerische Regierung die geplante Trasse für die deutsche Zulaufstrecke bis Kufstein ab. Bayern fordert mehr Tunnelabschnitte, Lärm- und Landschaftsschutz.
Damit verzögert sich der Bau der nördlichen Zulaufstrecke weiter. Inzwischen heißt es, dass es vor 2050 wohl nicht mehr klappen wird. Der BBT selbst öffnet – falls nichts mehr dazwischenkommt – im Jahr 2032.
Kritik kommt vom Unternehmerverband Südtirol (UVS). Präsident Alexander Rieper sagt: „Mit dem BBT entsteht eine bedeutende Infrastruktur, die Europa verbindet und im Sinne der Nachhaltigkeit die Verlagerung auf die Schiene begünstigt. Die Zulaufstrecken im Norden und im Süden spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle wie der BBT selbst.“
Durch die Verzögerung in Bayern riskiere man, dass sich die Inbetriebnahme des BBT und die Ausnutzung der vollen Kapazität um Jahre verzögern. „Gerade im Sinne des Umweltschutzes dürfen wir aber keine Zeit mehr verlieren“, betont Rieper.
Der UVS-Präsident fordert rasche Entscheidungen: „Wir sehen gerade auch in diesen Wochen, wie wichtig moderne, effiziente und zuverlässige Verbindungsinfrastrukturen sind. Wir können es uns nicht leisten, in Europa die Voraussetzungen für Wettbewerbsfähigkeit und sozialen Frieden zu verspielen. Es gilt daher, BBT und Zulaufstrecken gleichzeitig voranzutreiben, und zwar im Interesse der Bevölkerung, der Wirtschaft und der Umwelt. Wir dürfen nicht riskieren, dass die Attraktivität der Schiene infrage gestellt wird.“
















