Bozen – Zwischen Fußballturnieren in den Straßen eines Bozner Viertels, der Beschaulichkeit des Bergdorfs Eggen und der Urbanität Wiens spannt sich die Biografie von David Calas auf. Diese drei völlig unterschiedlichen Lebensrealitäten prägten seinen Blick auf das, was heute seine Mission ist: die Gestaltung von Lebensräumen, die funktionieren.
Der Architekt und Urbanist – der gebürtige Bozner gründete in Wien das Studio Calas – verbindet in seinem Berufsalltag Architektur mit Stadt- und Raumforschung. Er ist zu Gast in der neuen Folge des Podcasts „Die SWZ trifft“. Darin stellen wir ihm die Frage: Was macht einen Ort lebenswert? Laut Calas lässt sich das auf drei Faktoren reduzieren: Sicherheit, Gesundheit und Leistbarkeit. Doch die Realität ist ernüchternd. „Das Problem ist, dass die wenigsten Orte alle drei Kriterien erfüllen“, stellt der Architekt fest. Dabei plädiert er für eine neue Sichtweise: Zwar koste Lebensqualität – etwa durch ökologische Freiräume – Geld, doch langfristig sei sie eine Investition. „Ein Dorf spart durch Investitionen in Lebensqualität Kosten, weil etwa weniger Menschen vereinsamen.“ Nur finde man diese Ersparnis nie schwarz auf weiß.
„Vielleicht muss es diese Unleistbarkeit des Wohnens geben“
Im Gespräch zwischen David Calas und der SWZ geht es auch um ein Thema, das nicht nur Menschen in Südtirol, sondern international bewegt: leistbares Wohnen. David Calas wagt eine unbequeme These: „Vielleicht muss es diese Unleistbarkeit des Wohnens geben, damit das wirtschaftliche System funktioniert.“
Leistbarkeit sei in vielen Fällen nicht das Ziel von Stadtentwicklung. Calas: „Dabei wäre sie einfach zu erreichen.“ Wie genau, erläutert Calas im Podcast. Er spricht darin auch über innovative Instrumente zur Aktivierung von Leerstand und erklärt, warum klassische Steuern auf ungenutzte Immobilien oft ins Leere laufen.
Calas gibt in der Podcastfolge auch persönliche Einblicke: Er verrät, warum seine besten Ideen meist abseits des Schreibtischs entstehen und bei welchem weltberühmten Bauwerk er gerne selbst die Feder geführt hätte.
Jetzt reinhören in „Die SWZ trifft“
Das Gespräch mit David Calas ist über den QR-Code abrufbar, ebenso unter swz.it/podcast oder über Spotify und Apple Podcasts. Neue Folgen erscheinen jeden zweiten Mittwoch. (sisa)




















