Bozen – Alle Jahre wieder stellt die Banca d’Italia einen umfangreichen Bericht über die wirtschaftliche Lage in Südtirol und im benachbarten Trentino vor. Das Wirtschaftswachstum in Südtirol lag laut Banca d’Italia im vergangenen Jahr mit 0,6 Prozent um 0,1 Prozentpunkte über dem italienischen Schnitt. Zum Vergleich: Das Landesstatistikinstitut ASTAT geht von einem Plus von 0,9 Prozent aus, das WIFO der Handelskammer von plus 1,1 Prozent.
Die Löhne in Südtirol
Interessant ist die Analyse der Banca d’Italia betreffend die Lohnentwicklung, wenngleich nur die Entwicklung bis 2023 berücksichtigt wird. Laut Notenbank stiegen die durchschnittlichen nominalen Löhne in der Privatwirtschaft in den 15 Jahren zwischen 2008 und 2023 um rund 33 Prozent und somit deutlich stärker als im Trentino und in Italien (jeweils 23 Prozent). Real, also inflationsbereinigt, seien die Durchschnittslöhne aber um rund acht Prozent zurückgegangen. In Südtirol ist dieser Rückgang praktisch zur Gänze „auf die Verringerung der geleisteten Arbeitsstunden“ zurückzuführen. Anders ausgedrückt: Es gibt mehr Teilzeit.
Vergleichsweise günstiger haben sich Löhne laut Banca d‘Italia sich in den technologieintensiven und freiberuflichen Dienstleistungen entwickelt. Handel und Tourismus hingegen würden Lohnverluste verzeichnen.
Die Kredite und Einlagen
Gut entwickelt sich das Bankgeschäft. Die Bankkredite an private Haushalte und Unternehmen sind 2025 laut Banca d’Italia um 2,5 Prozent gestiegen, während sie im Trentino um 0,6 Prozent nachgegeben haben. Der Marktanteil der lokalen Banken belaufe in Südtirol sich auf knapp 73 Prozent.
Die Kreditqualität bleibe insgesamt gut. Der Anteil der notleidenden Kredite vor Abzug der Wertberichtigungen an den gesamten Bankkrediten an ansässige Kunden sei 2025 von 3,3 auf 2,8 Prozent gesunken.
Bei den Bankeinlagen kommen die lokalen Banken sogar auf einen Marktanteil von 85 Prozent (Trentino: 67 Prozent). Die Bankeinlagen der privaten Haushalte haben um weitere 3,6 Prozent zugenommen. Der Wert der bei den Banken verwahrten Finanzanlagen sei sogar um 17 Prozent gestiegen und „spiegelte sowohl den Anstieg der Kurse als auch die Ausweitung der Bestände wider“, so die Banca d‘Italia.
Die Bedeutung des Brenner
Nach den Diskussionen um die Brennerblockade und den Transit durch Tirol unterstreicht die Banca d’Italia die Bedeutung der Brennerroute für die heimische Wirtschaft: „Nach unseren Berechnungen werden rund 60 Prozent der Trentiner und etwa 80 Prozent der Südtiroler Handelsströme über den Brenner abgewickelt“.

















