Seit geraumer Zeit werden die Südtiroler Bürgermeister direkt vom Volk gewählt, und alle finden, dass dies gut so ist. Der Landeshauptmann aber wird weiterhin vom Landtag gewählt, und die SVP-Führung will, dass dies vorläufig so bleibt. Die Direktwahl sei ohne Abänderung des Autonomiestatuts nicht möglich, heißt eine wenig stichhaltige Begründung, der nicht nur Verfassungsrechtler widersprechen, sondern auch der derzeitige Landeshauptmann Lius Durnwalder, der für die Direktwahl ist. Die Parteiführung will diese aber partout nicht, zumindest nicht im Herbst 2013. Und die Südtiroler/-innen fragen sich, warum dies so ist.
Der Grund liegt wohl darin, dass Luis Durnwalder schon 2010 angekündigt hat, nicht mehr kandidieren zu wollen. Seit damals bringen sich – und das ist völlig legitim – mögliche Nachfolger in Stellung. Als solche werden unter anderem der Kammerabgeordnete Siegfried Brugger, Parteiobmann Richard Theiner, Landesrat Hans Berger oder auch der Europaparlamentarier Herbert Dorfmann gehandelt, aber zuweilen werden auch andere Anwärter ins Spiel gebracht. Alle diese Persönlichkeiten rechnen sich Chancen aus, entweder von der Landesversammlung oder von der Parteibasis (je nachdem, wie die Entscheidung fällt) zum Spitzenkadidaten gekürt zu werden, womit sie das Amt schon in der Tasche wähnen.
Nun hat Luis Durnwalder zuletzt zwar bekräftigt, nicht mehr aus eigenem Antrieb kandidieren zu wollen, zugleich aber sehr dezidiert und ein wenig erwartungsvoll hinzugefügt, bereit zu sein, wenn die Partei ihn braucht. Ein solcher Ruf scheint aber – dafür sorgen auch die vom Erbe träumenden Kronprinzen – auszubleiben, und das Eintreten Durnwalders für die Direktwahl hat den Verdacht erregt, der vielleicht etwas abgenutzte, aber politisch noch immer schwergewichtige Luis wolle es noch einmal wissen. Aber wie geht das Rennen „Alt gegen Neu“ aus, wenn das Volk direkt entscheidet – und zwar alle Wähler, auch die Italiener, die zuletzt das Edelweiß nur deshalb angekreuzt haben, um Durnwalder zu wählen?
Die Thronfolger wollen das Risiko, gegen den alten Fürsten bestehen zu müssen, nicht eingehen. Wohl deshalb ist die SVP vorläufig gegen die Direktwahl.
















