Bozen – Mit seinem AFI-Barometer fängt das Arbeitsförderungsinstitut AFI regelmäßig die wirtschaftliche Stimmung ein. Das AFI legt den Fokus auf die Einschätzungen der Arbeitnehmer:innen, während sich das Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO der Handelskammer auf die Unternehmen konzentriert.
Das Ergebnis im aktuellen Sommer-Barometer des AFI ist erstaunlich gut. „Die aktuelle Lage stellt sich insgesamt solide dar“, sagt AFI-Direktor Stefan Perini. Trotz unübersichtlicher geopolitischer Lage und trotz kriegerischer Konflikte mit Auswirkungen auf die Energiepreise hellen sich sämtliche vom AFI erhobenen Stimmungsindikatoren der Südtiroler Arbeitnehmer:innen leicht auf. Trotzdem warnt Perini davor, die mittelfristigen Herausforderungen aus dem Blick zu verlieren: „Der demografisch bedingte Rückgang des Arbeitskräfteangebots und die nur verhalten steigende Arbeitsproduktivität dämpfen die Wachstumsperspektiven der Südtiroler Wirtschaft.“
Die Einschätzungen der Arbeitnehmer:innen
Südtirols Arbeitnehmer:innen blicken laut AFI weiterhin mehrheitlich zuversichtlich in die Zukunft. Gegenüber der Befragung vor drei Monaten hat sich die Stimmung sogar leicht verbessert. 30 Prozent der Befragten erwarten sich in den nächsten zwölf Monaten eine Verbesserung für Südtirols Wirtschaft, 58 Prozent eine unveränderte Lage und nur zwölf Prozent eine Verschlechterung.
Das wahrgenommene Risiko, den eigenen Arbeitsplatz zu verlieren, sinkt erneut, während die Chancen, bei Bedarf eine gleichwertige Stelle zu finden, besser eingeschätzt werden.
Die Indikatoren zur finanziellen Lage der Arbeitnehmerhaushalte ergeben die besten Werte seit der Corona-Pandemie: 56 Prozent der Befragten gehen davon aus, in den kommenden zwölf Monaten Rücklagen bilden zu können. 25 Prozent der Befragten geben an, Schwierigkeiten zu haben, mit ihrem Einkommen über die Runden zu kommen.
Südtirols Wirtschaft wird um 0,9 Prozent wachsen
Das AFI bleibt unverändert bei seiner Prognose, dass Südtirols Wirtschaft 2026 um 0,9 Prozent wachsen wird. Damit bewegt sich das AFI in jener Größenordnung, von der auch das Landesstatistikinstitut ASTAT (+1,0 Prozent) und das WIFO (+0,5 bis 0,9 Prozent) ausgehen.
Das erste Halbjahr 2026 sei gut verlaufen. Das quantitative Wachstum am Südtiroler Arbeitsmarkt habe sich fortgesetzt, am Kreditmarkt halte der Aufwärtstrend an, der Tourismus sei erfolgreich ins Jahr gestartet (auch weil Südtirol als sichere und gut erreichbare Destination von Verschiebungen im globalen Reiseverhalten profitiere), der Rekord-Landeshaushalt stabilisiere Wirtschaft und Investitionen, so das AFI.
Der größte Risikofaktor bleibe derzeit die Entwicklung der Rohöl- und Erdgaspreise sowie mögliche Versorgungsengpässe. Steigende Kreditzinsen könnten zudem die Finanzierungsbedingungen belasten.


















