Bozen – Südtirol hat einen neuen Landtag gewählt. Es gab ein regelrechtes Erdbeben: abgestrafte Parteien, Überraschungen, abgewählte Abgeordnete und viele Neulinge. Und eine Regierungsbildung wird mehr als schwierig.
Die SVP brach erneut ein – diesmal von 41,9 Prozent im Jahr 2018 auf 34,5 Prozent. Das bedeutet nur mehr 13 Sitze für die Volkspartei.
Das Team K bleibt zweitstärkste Kraft, erhielt aber nur mehr 11,1 Prozent der Stimmen gegenüber 15,2 vor fünf Jahren. Die amtierenden Team-K-Abgeordneten konnten ihre vier Sitze bestätigen.
Die große Überraschung ist die Süd-Tiroler Freiheit, die ebenfalls vier Mandate ergattert hat und mit 10,9 Prozent der Stimmen um knapp fünf Prozentpunkte zulegen konnte. Frontmann Sven Knoll hat parteienübergreifend die drittmeisten Stimmen geholt.
Die Grünen konnten gegenüber 2018 zwar prozentuell zulegen, blieben aber weit hinter ihren Erwartungen zurück und haben weiterhin drei Sitze im Landtag.
Neu im Landtag mit gleich zwei Mandaten und 5,9 Prozent ist die Liste JWA um Jürgen Wirth Anderlan. Die Freiheitlichen kommen mit 4,9 Prozent ebenfalls auf zwei Sitze.
Genauso Fratelli d’Italia mit 6,0 Prozent. Für die Italiener:innen war die Landtagswahl ein Debakel. Sie stellen nur mehr fünf Abgeordnete statt bisher acht. So stürzte die Lega von 11,1 Prozent auf 3,0 Prozent ab. Das ist nur ein Sitz für die Salvini-Partei, deren gewählter Vertreter mit Christian Bianchi nicht einmal ein waschechter Leghista ist.
Auch der PD und die Bürgerliste La Civica holten sich einen Sitz im Landtag.
Thomas Widmann blieb hinter seinen Erwartungen und steht mit 3,4 Prozent nur mit einem Mandat da. Mit einem Mandat ist auch die Liste Vita von Renate Holzeisen im Hohen Haus vertreten.
Neuer Wind in der SVP
Landeshauptmann Arno Kompatscher büßte um über 9.400 Stimmen ein und kam auf 58.771 Stimmen. Überraschungsmann in der SVP ist Hubert Messner. Der pensionierte Arzt wurde über 30.000 Mal gewählt.
Philipp Achammer büßte die Hälfte seiner Stimmen von 2018 ein und kam auf 16.812 Stimmen.
Platz 4 und 5 auf der SVP-Liste gingen an die Neulinge Peter Brunner und Rosmarie Pamer, die Waltraud Deeg und Daniel Alfreider hinter sich lassen konnten. Weitere SVP-Neulinge im Landtag sind Luis Walcher und Harald Stauder.
Aus dem Landtag geflogen sind auf Seiten der SVP Gert Lanz, Manfred Vallazza, Maria Hochgruber Kuenzer, Helmut Tauber und Helmuth Renzler. Arnold Schuler büßte rund 11.500 Stimmen ein, konnte sich aber noch im Landtag halten.
Die Listenstimmen
SVP – 34,5 Prozent – 13 Sitze
Team K – 11,1 Prozent – 4 Sitze
Süd-Tiroler Freiheit – 10,9 Prozent – 4 Sitze
Grüne – 9,0 Prozent – 3 Sitze
Fratelli d’Italia – 6,0 Prozent – 2 Sitze
JWA – 5,9 Prozent – 2 Sitze
Freiheitliche – 4,9 Prozent – 2 Sitze
PD – 3,5 Prozent – 1 Sitz
Für Südtirol mit Widmann – 3,4 Prozent – 1 Sitz
Lega – 3,0 Prozent – 1 Sitz
La Civica – 2,6 Prozent – 1 Sitz
Vita – 2,6 Prozent – 1 Sitz
5 Stelle – 0,7 Prozent – 0 Sitze
Enzian – 0,7 Prozent – 0 Sitze
Forza Italia – 0,6 Prozent – 0 Sitze
Centro Destra – 0,6 Prozent – 0 Sitze
Der neue Landtag
(parteiinterne Reihung nach Stimmen)
Arno Kompatscher (SVP)
Hubert Messner (SVP)
Philipp Achammer (SVP)
Peter Brunner (SVP)
Rosmarie Pamer (SVP)
Waltraud Deeg (SVP)
Daniel Alfreider (SVP)
Luis Walcher (SVP)
Arnold Schuler (SVP)
Franz Locher (SVP)
Josef Noggler (SVP)
Magdalena Amhof (SVP)
Harald Stauder (SVP)
Paul Köllensperger (Team K)
Maria Elisabeth Rieder (Team K)
Franz Ploner (Team K)
Alex Ploner (Team K)
Sven Knoll (Süd-Tiroler Freiheit)
Myriam Atz Tammerle (Süd-Tiroler Freiheit)
Hannes Rabensteiner (Süd-Tiroler Freiheit)
Bernhard Zimmerhofer (Süd-Tiroler Freiheit)
Brigitte Foppa (Grüne)
Madeleine Rohrer (Grüne)
Zeno Oberkofler (Grüne)
Marco Galateo (Fratelli d’Italia)
Anna Scarafoni (Fratelli d’Italia)
Jürgen Wirth Anderlan (JWA)
Andreas Colli (JWA)
Ulli Mair (Freiheitliche)
Andreas Leiter Reber (Freiheitliche)
Sandro Repetto (PD)
Thomas Widmann (Für Südtirol mit Widmann)
Christian Bianchi (Lega)
Angelo Gennaccaro (La Civica)
Renate Holzeisen (Vita)















